Mein neuntes Herzensbuch! #tag9

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ANNA WIMSCHNEIDER

Geboren wurde sie als viertes von neun Kindern. Mit acht Jahren verlor sie ihre Mutter, die im Kindbett starb. Von nun an musste sie den Haushalt auf dem Bauernhof und mit der Großfamilie führen. 1939 heiratete sie Albert Wimschneider, der aber elf Tage später zum Militär eingezogen wurde und schwer verwundet aus dem Zweiten Weltkrieg zurückkehrte. Anna Wimschneider führte inzwischen die Landwirtschaft weiter und versorgte zeitweise zwei pflegebedürftige Onkel, eine Tante und die Schwiegermutter. Sie bekam mit ihrem Mann drei Töchter.

Berühmt wurde sie 1985 durch ihre Autobiographie Herbstmilch – Lebenserinnerungen einer Bäuerin. Diese wurde 1988 von Joseph Vilsmaier unter dem Titel Herbstmilch mit Dana Vávrová und Werner Stocker in den Hauptrollen verfilmt. Anna und Albert Wimschneider sind in Nebenrollen in diesem Film zu sehen. Unterstützt durch die Verfilmung entwickelte sich das Buch zu einem auch in andere Sprachen übersetzten Bestseller. Allein im Piper-Verlag, München und Zürich, erschienen bis 1995 57 Auflagen mit insgesamt mehr als zwei Millionen Buchexemplaren.

Im Jahr 1991 veröffentlichte Wimschneider zudem das Buch „Ich bin halt eine vom alten Schlag“. Geschichten vom bäuerlichen Leben einst und jetzt.

Anna Wimschneider starb am Neujahrstag 1993 im Alter von 73 Jahren an einem Schlaganfall.[1] . Sie wurde auf dem Neuen Südfriedhof (Grab 109-2-20) in München beerdigt. Ihr Ehemann Albert starb 2005 und wurde neben ihrem Grab bestattet.[2]

Quelle: Wikipedia

Das Buch * Herbstmilch  Lebenserinnerungen einer Bäuerin* ist mir beim Durchforsten meiner Regale ganz hinten wieder in die Hände gefallen. Mit einfachen, aber dafür um so authentischeren Sätzen erzählt Anna Wimschneider im Buch aus ihrem Leben

Ich kann mich sehr gut an meine damalige  Betroffenheit über die Lebensumstände der Anna Wimschneider erinnern. Nach dem Tod ihrer Mutter in jungen Jahren führte sie ein hartes und entbehrungsreiches Leben, mit Schilderungen, die auch aus einem Bericht von vor 500 Jahren hätten  stammen können . Ein Herzensbuch ist es für mich, da ich mit meiner Mutter damals bei Erscheinen viel über dieses Buch geredet habe.  Anna Wimschneider  gehörte der Generation meiner Eltern an und vieles aus ihren Erzählungen  hat mir meine Mutter auch aus ihrem eigenen Erfahrungsschatz  bestätigt. Zwar lebte diese nicht auf  einem bayrischen Bauernhof , sondern in  Brandenburg, aber das  Bauern-Leben bestand überall  aus  nie endender Feldarbeit, Stallarbeit und war ein ewiger Kampf um die Ernte, das Überleben des Hofes und gegen die Armut.

Kinderreichtum auf den Dörfern war kein Segen , sondern er galt als Armutszeugnis und wurde von  vielen anderen Gesellschaftsschichten, sogar von reichen und grossen Bauernfamilien , verachtet.  Viele Kinder mussten früh (Anna schon mit acht Jahren, nach dem Tod der Mutter)  auf anderen Höfen und /oder Dörfern leben , wurden als willige und kostengünstige  Arbeitskräfte sogar verkauft, vermietet und bekamen oft nur eine karge Kost als Lohn. Hunger und körperliche Gewalt  waren nichts Ungewöhnliches.

 Die damaligen Lebensumstände  waren  für viele Dorfbewohner  keine gute, alte, Zeit und diese sollte meiner Meinung nach auch nicht  als *Goldenes Zeitalter*  dargestellt werden. 

Zitat:

„Herbstmilch ist eine saure Milch, zu der man fast jeden Tag wieder etwas gestöckelte Milch dazuschüttet. Dann rührt man um, nimmt einen Liter heraus, verquirlt sie mit etwas Mehl in einem Liter kochenden Wasser und rührt sie dann mit saurem Rahm an.“

(Anna Wimschneider)

Wenn ich noch einmal zur Welt käme, eine Bäuerin würde ich nicht mehr werden.

(Anna Wimschneider)

Eine Idee und Mitmachaktion von Gisela und Anne!

Ich lese was, was du nicht liest! Zeig mir dein Herzensbuch!

 

2 Kommentare zu „Mein neuntes Herzensbuch! #tag9

  1. Nun weiß ich auch, woher der Titel „Herbstmilch“ kommt, der mir schon so oft untergekommen ist. Ich habe erst mal geschaut, ob ich das Buch nicht doch habe, aber dem ist nicht so. Zumindest habe ich ihn mir jetzt mal notiert.
    Ich kann mir vorstellen, wie hart das damals war. Meine Großeltern väterlicherseits hatten einen Hof, mit Tieren, Tabak- und Maisfeld, großen Haushalt, viele Kinder. Zumindest habe ich eine kleine Ahnung davon, wie schlimm es in früheren Zeiten gewesen sein muss.
    Der Opa hat es sich leicht gemacht: Ist morgens zur Arbeit gefahren, kam abends oft betrunken nach Hause. Alle häusliche Arbeit, ob drinnen oder draußen, blieb an der Oma hängen.
    Über die damalige Kinderarbeit habe ich mir vor einiger Zeit eine Graphic Novel gekauft: „Die schwarzen Brüder“ von Hannes Binder. Muss ich direkt mal raussuchen.

    Liebe Grüße, Anne

    Gefällt 1 Person

  2. Guten Morgen Angela

    Man kann es sich in der heutigen Zeit nicht mehr vorstellen, wie man damals mit Kindern umgegangen ist. Zumindest bei uns in Deutschland wäre das gar nicht mehr möglich. Was natürlich im Geheimen oft passiert ausgeschlossen. Das Kinder früher mitarbeiten mussten, finde ich noch nicht das Schlimmste. Es ging halt oftmals nicht anders. Jedoch die Kaltherzigkeit, die man ihnen entgegen gebracht hat, war sehr schlimm. Das ein Kind überhaupt nicht Kind sein durfte. Ich habe das Buch vor vielen Jahren auch gelesen. Das Kino bei uns war bei der Premiere von sämtlichen Bauern aus der Umgebung gefüllt.

    Liebe Grüße,
    Gisela (Konnte mir gerade 5 Minuten klauen. Enkelin ist da 😉

    Gefällt 2 Personen

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