Meine Meinung zu *Goldkind* von Claire Adam

9783455005981

`*Werbung, unbezahlt*

 

Inhalt / Klappentext:
Es ist dunkel. Insekten umschwirren das Licht im Hof, und der Wachhund sitzt am Tor. Ein Junge ist nicht nach Hause gekommen, und seine Familie wartet ängstlich auf seine Rückkehr. Ein Vater tritt in die Dunkelheit, um nach seinem Sohn zu suchen. Clyde macht sich Sorgen um Paul, der nicht von seinem Streifzug durch den Busch zurückgekommen ist. Auf Trinidad bleibt man zu Hause, wenn die Sonne untergegangen ist. Vor allem aber ist Clyde wütend, denn schon immer hat sein Sohn ihm Ärger bereitet, ganz anders als dessen alles überstrahlender Zwillingsbruder Peter. Stunden vergehen, Tage. Schließlich melden sich Entführer. Als Clyde begreift, worum es ihnen geht, steht er vor einer ungeheuerlichen Entscheidung: Darf er wirklich das Leben eines seiner Kinder zugunsten des anderen opfern?
Claire Adam wurde in Trinidad geboren, wo sie auch aufwuchs. Sie studierte Physik an der Brown University in Rhode Island und erwarb später einen Master in Creative Writing am Goldsmith College der University of London, der Stadt, in der sie auch heute lebt.

Meine Meinung: Grausam, grauenvoll, schockierendes Trinidad! Ein Land voller Hoffnungslosigkeit, Armut, maffiöser Verbrechen und Gewalt! All diese Worte in voller Wahrheit ihrer Bedeutung passen auf einen sehr grossen Teil des Buches. Ich fühlte mich wie auf einer anstrengenden Wanderung , bis hin zum fernen Gipfel. Die Steigung während meiner Lese-Wanderung war zu Beginn mässig, aber im letzten Drittel musste ich mich mit Entsetzen und Angst durch das Buch quälen. Der Schreibstil dieser jungen Autorin war sehr gut zu erlesen, interessant und bunt. In drei Teilen wird diese Geschichte erzählt, fast vom Ende des Geschehens her aufgerollt. Viele Rückblicke erstellten mir ein inneres Puzzle über diesen Roman. Leider bekommen Peter und seine Mutter Joy als Charaktere einen ziemlich schwache und farblose Darstellung in diesem Buch. Der Vater Clyde dominiert mit seinen Eindrücken und plötzlich geschieht etwas Erstaunliches. Paul betritt dieses innere Lese-Puzzle und erstaunte, erfreute mich und gibt dem Buch etwas *Normales*. Das Seelenleben eines *liebenswerten und gesunden* Kindes erscheint am Lesehorizont. Die Stimmung beim Lesen würde ich dagegen trotz dieser Wendung eher als verwirrend, düster, hoffnungslos und erschreckend bezeichnen. Die Familie, Clyde und seine Ehefrau Joy, die Kinder Peter und Paul, wachsen dem Leser durch die verständlichen und genauen Ausführungen der Autorin inmitten dieser ärmlichen Zustände des Landes ans Herz. Der Dschungel mit seiner Urwüchsigkeit und den wilden Tieren, die Nähe des Meeres, die Strassengang Atmosphäre ausserhalb der von Hunden bewachten Grundstücke, sowie die engen Familienverflechtungen der indischen Familienangehörigen geben dem Buch eine fremdartige und faszinierende Ausstrahlung. Allerdings bereitete mir dieses ferne Land Trinidad mit ungewohnten Begriffen, Ausdrücken und Gewohnheiten zu Beginn etwas Schwierigkeiten beim Lesen.
Es ist ein Thriller , der für mich diesem Genre-Begriff sehr nahe kommt.
Es geht um das Schicksal eines Zwillingspärchens. Zwei Jungen, deren Familie mit indischen Wurzeln schon vor Generationen eingewandert ist. Der Vater Clyde verdient den größten Anteil des Familieneinkommens mit harter Arbeit. Seine Kinder sollen es besser haben als er, eine gute Schulbildung geniessen, in der Gesellschaft aufsteigen, vor allem der hochbegabte Peter liegt ihm am Herzen. Denn Paul, der andere Zwilling, mit einem leichten Sauerstoffmangel zur Welt gekommen, ist das Sorgenkind von Clyde und seiner Frau. Er ist verschlossen, verträumt, hält sich gerne in der Natur auf und genießt die Freiheit ausserhalb eines engen Klassenzimmers, doch er ist ein Kind und kennt Gefahren bisher nur durch Geschichten und Erzählungen, denn die grösste Gefahr ist der gesetzlose Mensch im Busch…
Meine Bewertung: **** Vier Sterne für diesen erschreckenden Roman.

Herzlichen Dank an die Autorin und den Verlag für dieses Rezensionsexemplar!