*Schwarzrock* von Brian Moore, erschienen im Diogenes Verlag

*Werbung, unbezahlt*

https://www.diogenes.ch/leser/titel/brian-moore/schwarzrock-9783257071450.html

Meine Meinung: Wer sich für das Schicksal der indigenen Völker Kanadas und die Kolonisierung des Landes interessiert – für diese Leser*innen ist dieses Buch ein absolutes *Muß* ! Wir tauchen ein in das 17. Jahrhundert auf den teilweise unerforschten Kontinent Nordamerika . Noch leben die indigenen Völker relativ frei und sind eng verbunden mit ihrer Kultur und der umgebenden unberührten Natur. Durch vorsichtige Tauschprojekte kommen sie langsam in Kontakt mit eingewanderten Franzosen, Niederländern, Deutschen und der christlichen Religion, vertreten im Buch durch den jungen französischstämmigen Pater Laforgue.

Der irische Autor Brian Moore hat ausgiebige Recherchen erstellt, unter anderem auch aus The Jesuits in North America in the Seventeenth Centuryvon Francis Parkman, einem US-amerikanischen Historiker, der selbst in jungen Jahren unter indigenen Volksgruppen lebte. Der Schreibstil von Brian Moore gefiel mir sehr gut. Er schreibt lebendig, spannend und bunt über den Alltag , die Lebens- und Denkweise der unterschiedlichen Völker der Algonkin, Huronen und Irokesen. Auch die Lebensweise der sogenannten Normannen, der eingewanderten Weißen wird ausführlich dargestellt. Brian Moore wertet kaum, stellt nicht eine Kultur gegenüber der anderen als überlegen dar und doch vermeint man als Leser unterschwellig eine besondere Sympathie für die Ureinwohner zu spüren. Die Kulturen der indigenen Völker begegnen der Natur respektvoll. Sie kennen keinen egoistischen Materialismus und kein Machtbestreben gegenüber der weissen Bevölkerung. Die indigenen Völker verspüren eine instinktive Abneigung gegen die völlig anderen Lebensgewohnheiten der Weißen Diese unterschiedlichen Emotionen hat der Autor fast wertfrei dargestellt, verschweigt aber auch nicht die Brutalität, den Kannibalismus, die Folterungen und die körperliche und psychische Härte der indigenen Völker gegenüber anderen Menschen, egal welcher Kultur sie angehören. Dieses Buch beinhaltet zwar viele Gewaltvorstellungen, es hat aber keine Ähnlichkeit mit einem Western! Die Unwissenheit der Menschen des 17. Jahrhundert erscheint uns heute naiv und hinterwäldlerisch, entspricht aber wohl den Tatsachen. Interessant fand ich auch , dass viele Weiße ihre angeblich zivilisierte Kultur hinter sich ließen , mit den indigenen Gruppen lebten und sich ihnen anpassten. Man nannte diese Leute Sauvages. Das Ende dieses Romans bleibt offen, es werden zwar viele christliche Taufen durchgeführt, aber ob sie eine tiefe Wirkung auf die Lebensumstände hatten, bleibt dahingestellt. Wir wissen ja inzwischen wie das Schicksal dieser Völker endet und können aus heutiger Sicht viel tiefer in die ehemalige Geschichte blicken.

Dieses Buch ist absolut lesenswert und verdient FÜNF * STERNE!

Herzlichen Dank an den Diogenes Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplar!

Inhalt/Klappentext: Père Laforgue kommt als Jesuit in die Neue Welt, um unter Lebensgefahr »Wilde« zu missionieren. Doch je länger er deren Leben teilt, desto mehr beginnt er sie zu begreifen. Die gemeinsame Fahrt den Fluss hinauf gen Norden, durch Feindesland, dem Winterlager entgegen, wird zur Bewährungsprobe. Mit genau recherchierten Details lässt Brian Moore das frühe 17. Jahrhundert plastisch werden. Ein atemlos spannender Abenteuerroman, basierend auf Augenzeugenberichten.

Brian Moore, geboren 1921 in Belfast, diente als britischer Soldat von 1943 bis 1945 in Nordafrika, war von 1946 bis 1947 UNO-Beauftragter in Polen und wanderte 1948 nach Kanada aus. 1959 übersiedelte Moore nach Kalifornien. Er starb 1999 in seinem Haus in Malibu.

Auszeichnungen

Erstmals verliehener ›Sunday Express Book of the Year Award‹ für The Color of Blood, 1987

›Heinemann Award‹ der Royal Society of Literature in Great Britain für Black Robe, 1985

›James Tait Black Memorial Award‹, 1975

›Governor General of Canada Award for Fiction‹, 1975

›W.H. Smith Prize‹, 1972

›Governor General of Canada Award for Fiction‹, 1961

›Quebec Literary Prize‹, 1958

›Author’s Club of Great Britain First Novel Award‹, 1956

›Beta Sigma Phi Award‹, 1956

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