*Die Wiederentdeckung des Glücks* von Antonia Michaelis

*Werbung, unbezahlt*

Mein Leseeindruck: Madagaskar war für mich immer eine Insel, weit weg aus meinem Bewusstsein. Einzig das Lied * Wir kamen von Madagaskar,,,,* habe ich mit diesem Land verbunden. Das hat die Autorin Antonia Michaelis mit ihrer glücklich machenden Geschichte, die sich fast wie ein poetisches, mystisches Märchen liest, für mich gründlich zum Positiven verändert. Das Schöne daran: die Autorin schreibt ehrlich über die Schattenseiten des Lebens, vor allem über warmherzige Menschen, die dort teilweise unterhalb der Armutsgrenze leben müssen. Wer aus der Bevölkerung leidet am meisten und gibt sich trotz allem einfach dem Leben mit Vertrauen spielerisch hin? Es sind wieder einmal die Kinder.

Die Kinder des Landes sind kreativ, recyceln alles – wirklich alles. Sie fertigen Gegenstände aus anscheinend wertlosen Müllrückständen für den alltäglichen Gebrauch und für ihre Spielwelt, die ohne übliches, kommerzielles Spielzeug auskommt ! Strassenkinder, wie der Rikschafahrer Biscuit, der im Erwachsenenleben ein berühmter Radfahrer wird , wachsen dem Leser*innen ans Herz. Eine rote Klingel, die er als fünfjähriger Knirps vom jungen Weltenbummler Terje in den 70er Jahren geschenkt bekommen hat, begleitet ihn lebenslang. Terje und Biscuit treffen nach vielen Jahrzehnten wieder aufeinander und empfinden eine grosse Sympathie und Zusammengehörigkeit zueinander . Terje, inzwischen in seinen letzten Lebensjahren, besucht die Insel nach langer Abwesenheit mit seiner deutschen Tochter Nora, die bislang keine oder/und sehr naive Vorstellungen über die Lebensumstände der Bevölkerung hat. Aufgewachsen weit weg von dieser Armut in Deutschland sucht sie als Managerin einen neuen , exotischen Duft auf der Insel für ihre europäischen Kunden. Kann das funktionieren inmitten brennenden Mülls, abgeholzter Wälder und zerstörter Natur?

Das Buch übt auf den Leser einen faszinierenden Zauber aus, bedingt durch den poetischen Schreibstil der Autorin, der sich leicht und flüssig lesen lässt. Eine wahre Perle, völlig anders geschrieben und erzählt als all die üblichen Familiengeschichten hat uns die bekannte Autorin geschenkt . Herzlichen Dank dafür liebe Antonia Michaelis.

Mein Dank gilt auch dem Droemer Verlag für die Zusendung des gebundenen Rezensionsexemplars!

Inhalt /Klappentext: Können wir Glück recyceln?

Ebenso poetisch wie eindringlich erzählt Antonia Michaelisʼ Gesellschaftsroman von vier Menschen, deren Lebenswege sich auf Madagaskar immer wieder kreuzen, und die einander den Mut geben, Grenzen zu überschreiten und ihre Fesseln abzustreifen.

Kleider, Flaschen, Schuhe – alles kann man recyceln. Warum nicht auch das Glück?

Einst war Madagaskar ein Paradies, heute ist die Insel vor der Küste Afrikas fast komplett abgeholzt und bettelarm – und lebt vom Recycling. Vielleicht webt das Schicksal deshalb genau hier vier Lebenswege ineinander, um am Ende ihre Ketten zu sprengen?Da ist der Straßenjunge Biscuit, der sich einfach weigert, seine Träume aufzugeben. Da ist die junge Maribelle, die nie gelernt hat, Träume zu haben – bis sie die Kraft ihres Willens entdeckt. Und da sind Terje und seine Tochter Nora aus Deutschland, die gleich zwei Mal alles in Bewegung setzen werden.

Antonia Michaelis hat selbst einige Zeit auf Madagaskar gelebt. Mit »Die Wiederentdeckung des Glücks« hat die preisgekrönte Autorin einen lebensklugen, tief bewegenden Gesellschaftsroman über Empowerment geschrieben, der noch lange im Gedächtnis bleibt.