Mein Leseeindruck zu *Bergland*

*Werbung, unbezahlt*

Mein Leseeindruck: Ich muss gestehen: ich liebe dieses Land Südtirol und habe es als Reisende kennengelernt. In den siebziger Jahren empfand ich es als schneesicheres Winter-Wonder-Land – und in heutiger Zeit habe ich die autonome Provinz Alto Adige im Sommer lieben gelernt. Allein aus diesen Gründen hat mir der manchmal etwas abwertende Schreibstil der Autorin über den Tourismus und seine unschönen Auswüchse der letzten Jahrzehnte oft nicht zugesagt. Trotzdem muss ich der Autorin bei vielen Aussagen ihrer Protagonisten*innen beipflichten, denn ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie sich rücksichtslose Gäste gegenüber der Natur und den Gastgebern dieses Landes verhalten. Nun zur fiktiven Geschichte des Buches.

Jarka Kubsova lässt zwei weibliche Protagonisten, Rosa aus der Vergangenheit und Franziska, eine junge Frau unserer Zeit, in prägnanten und eindrucksvollen Sätzen und Meinungsschilderungen zu Wort kommen. Franziska, als gut mit einem Biologie Studium ausgebildete taffe junge Frau, verzichtet auf ihre berufliche Karriere und widmet sich ganz der Familie und dem Leben auf dem Innerleithof. Sie versucht es allen recht zu machen, den Ansprüchen von Ehemann und Kindern gerecht zu werden, alte Traditionen zu bewahren, sowie die Zeitströmungen des modernen Tourismus zu berücksichtigen. Sie scheitert leider kläglich mit einem persönlich erschreckendem Burnout. Dieses zur Rolle der Frauen in alter wie in neuer Zeit. Sie tragen oft in unserer Gesellschaft zu viele Lasten, sollen immer stark und perfekt funktionieren. Dieses Frauenschicksal hat auch Rosa, die Bäuerin aus den Vierziger Jahren des letzten Jahrhundert getroffen.

Und doch zeigt dieses Buch im folgenden letztem Abschnitt wichtige Wege – und Auswege auf, um einem sanften Tourismus den Weg zu ebnen, eine umsichtige neue Landwirtschaftspolitik, der die gastgebenden Menschen dieser Region nicht ausbrennen lässt sowie den Tourismus in umweltschonende Bahnen lenkt. Alte Traditionen können wieder neu entdeckt werden. Diese Lektüre gibt dem Leser viel hoffnungsvollen Raum für eigene Überlegungen, um einen Ausweg aus dem Konflikt zwischen Mensch, Natur und Profitgier zu finden.

Meine Bewertung: Ein absolut lesenswertes Buch, dem ich ganz viele Leser wünsche. Gerade und vielleicht auch im anstehenden Sommerurlaub in den Bergen.

Herzlichen Dank an die Autorin und den Wunderraum Verlag für dieses gebundene Rezensionsexemplar!

Inhalt/Klappentext: Südtirol in den vierziger Jahren: Im abgelegenen Tiefenthal staunen selbst gestandene Bauern, als ihnen eine junge Frau vormacht, wie man einen Hof ganz alleine durchbringt. Rosa heißt die Frau, die die Natur versteht und lenkt, als habe sie nie etwas anderes getan. Mit aller Macht stemmt sie sich gegen den Fortschritt, der ihr kleines Reich in den Bergen bedroht.

Zwei Generationen später sind Rosas Enkel Hannes und seine Frau Franziska auf Feriengäste angewiesen, um den Hof zu halten. Als nach einem Unglück ihre Zukunft auf dem Spiel steht, erweist sich Rosas Vermächtnis als aktueller denn je.

Jarka Kubsova wurde 1977 in Tschechien geboren, seit 1987 lebt sie in Deutschland. Nach Studium und Volontariat in Hamburg arbeitete sie bei der »Financial Times Deutschland«, beim »Stern« sowie bei der »ZEIT«. Sie ist Ghostwriterin und Co-Autorin mehrerer erfolgreicher Sachbücher. Für ihr Romandebüt »Bergland« lebte sie sieben Monate lang auf einem Bauernhof in Südtirol.

*Die Spur der Wölfe*

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Meine Meinung: Dieses Autorenduo hat eine interessante Krimireihe geschrieben, die sich in drei Bänden um den jungen Forstinspektor Marco Gherardini ranken. Der oben vorgestellte Band ist der dritte dieser Reihe, kann aber trotzdem allein ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Das düstere Cover gibt einen passenden Vorgeschmack auf die Handlungen und geheimnisvollen Ereignisse, die in den wilden, verlassenen Bergdörfern des Apennin spielen. Es geht um Aussteiger aus unserer Konsumgesellschaft, die in diesem Roman ELBEN genannt werden. Diese Namensgebung hat mich etwas verwirrt und ich fand sie absolut nicht passend für diese Verweigerer unserer Gesellschaftsordnung. Der Roman punktet allerdings für mich mit schönen Beschreibungen der wildromantischen Bergwelt und der Arbeit eines Forstinspektors, der mit einem ungeklärten Mord an einem unbekannten jungen Mann konfrontiert wird. Viele Nebenprotagonisten runden diese Beschreibung mit bunten und ungewöhnlichen Charakterdarstellungen ab.

Dieser ungewöhnliche Krimi hat mir einige Stunden Spannung und Ablenkung geschenkt und ich kann ihn dem Genre Wohlfühl-Buch zuordnen.

Meine Bewertung: VIER **** Sterne für diesen Krimi mit leichten Schwächen!

Danke an das Autorenduo und den Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplar!

Inhalt/Klappentext: In den dichten Wäldern des Apennins lebt eine Ökokommune von Aussteigern, deren Mitglieder sich selbst »Elben« nennen. Fernab von der Zivilisation haben sie sich in verlassenen Dörfern niedergelassen, leben einfach und ohne Strom vom Tauschhandel und gewähren jedem, der um Obdach bittet, Einlass. Forstinspektor Marco Gherardini beobachtet das Treiben mit Interesse. Eines Tages hallen zwei Schüsse durch den Wald, und am Fuße eines abschüssigen Geländes wird ein Toter gefunden. Es ist ein Elbe. Gherardini beginnt zu ermitteln – in seinem dritten und bisher spannendsten Fall.

Francesco Guccini, Jahrgang 1940, zählt zu den bedeutendsten italienischen Liedermachern. Sein Freund Loriano Macchiavelli ist erfolgreicher Krimiautor. Beide leben im rauen Apennin, den sie in ihren gemeinsamen Büchern so wunderbar beschreiben.

Loriano Macchiavelli ist einer der erfolgreichsten Autoren Italiens. Beide Autoren leben im rauen Apennin, wo auch »Schlechte Saison«, der Auftakt ihrer neuen Krimiserie um Forstinspektor Marco Gherardini, spielt. Mit ihren Kriminalromanen belegen sie in Italien regelmäßig die ersten Plätze der Bestsellerliste.

*Freitagsfüller*

Eine Modesünde ist für mich gar nicht vorhanden! Jeder kann und mag sich so kleiden wie es ihm gefällt. Hauptsache er hat keine schmutzige Kleidung an.
Die Jammerei über den Klimawandel macht alles noch schlimmer.
Ich möchte gerne mal wieder ein schönes Kuchenstück essen.
Ein paar Staubflocken liegen manchmal unter meinem Bett.
Das Problem der Woche und leider der kommenden Zeit sind die überfluteten Dörfer, Städte und Landschaften in Europa.
Mir ist im Moment nicht nach Witzen zumute! Witz der Woche kann ich nicht ausfüllen.
Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf nichts besonders , morgen habe ich noch nichts geplant, und Sonntag möchte ich den Tag auf mich zukommen lassen. !
Wenn ihr mitmachen wollt, könnt ihr die Fragen vom Freitagsfüller gerne auf euren Blogs beantworten und im Kommentar verlinken. Oder aber ihr beantwortet direkt hier in den Kommentaren, wenn ihr keinen eigenen Blog habt. Ich freue mich auf eure Antworten.
Danke für’s Mitmachen!

Die Idee zu diesem Lückentextfüller und noch mehr dazu könnt ihr bei Barbara https://scrapimpulse.com/category/freitags-fueller/ nachlesen.

Dreiflüssestadt Hann.Münden

*Mein Leseeindruck zu,,,,*

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Mein Leseeindruck:

Gibt es ein Schicksal , ein ausgleichendes vielleicht oder gar ein ungerechtes? Diese Gedanken gingen mir am Ende des Buches laufend durch den Kopf, nachdem ich als Leser*rin die drei roten Fadengeschichten des Autors in meinem Kopf zusammengebracht habe.

Der Schreibstil des Autors ist einfach nur brillant zu nennen, der Roman liest sich angenehm flüssig und baut auf drei Einzelschicksalen auf. Mit atemberaubender Spannung und einem Gefühl des Entsetzen und schrecklicher Traurigkeit für den sensiblen Leser geht es mit der Lebensgeschichte des Arztes und Syrers Farouk los. Es folgen die Erlebnisse des jungen Iren Lampy und des unsympathisch erscheinenden Geschäftsmann und Maklers John, der zu gern Menschen manipuliert und durch seine gierigen Geldgeschäfte steuert. Viele Nebenprotagonisten lockern den Roman auf, irische sogenannte Originale , sowie auch naive junge Mädchen. Die Atmosphäre einer irischen Kleinstadt und deren Gesellschaft erschien mir glaubhaft und real.

Mit phansastischem Geschick und viel Einfühlungsvermögen erzählt Donal Ryan eine Geschichte, wie sie unglaubwürdiger kaum sein kann. Oder doch glaubwürdig? Kann es solche Verflechtungen im realen Leben wirklich geben? Das ist in meinen Augen sehr unwahrscheinlich – doch in unserer realen Welt ist vieles möglich. Während einer Gedankenreise in einer fiktiven Literaturwelt ist jedoch alles möglich und fasziniert die Leser*rin. Donal Ryan hat mich nachdenklich zurückgelassen und ich danke für dieses ungewöhnliche Leseerlebnis.

Meine Bewertung: FÜNF * Sterne für dieses un(glaubliche)Buch !

Vielen Dank an den Autor und den Diogenes Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplar!

Inhalt/Klappentext: Farouks Leben ist am Ende, weil er verloren hat, was ihm am meisten bedeutete. Lampys Leben sollte gerade so richtig anfangen, doch dann ließ ihn seine große Liebe Chloé einfach stehen. John hat sein Leben lang andere betrogen und hofft nun verzweifelt auf Gottes Vergebung. In einer kleinen Stadt in Irland werden diese drei Männer sich auf unwahrscheinliche Weise begegnen. Mit fatalen Folgen.

Donal Ryan, geboren 1976 in Nenagh, Tipperary, studierte Bauingenieurwesen und Jura; er lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Castletroy, Limerick. Für ›Die Stille des Meeres‹ war auf der Longlist des Man Booker Prize. Auszeichnungen

From a Low and Quiet Sea auf der Longlist des ›Man Booker Prize‹, 2018

›European Union Prize for Literature‹ für die zwölf vielversprechendsten jungen Schriftsteller Europas (als Vertreter von Irland), 2015

›Bord Gáis Energy Irish Book Awards‹ in der Kategorie ›Short Story of the Year‹ für A Slanting of the Sun, 2015

›Guardian First Book Award‹ für The Spinning Heart, 2013

›Irish Book Awards‹ Best Irish Newcomer und Book of the Year für The Sp

*Freitagsfüller*

Es kann doch nicht wahr sein, dass durch die Durchführung von Massenveranstaltungen die Freiheit der Allgemeinheit eventuell wieder in den Lockdown getrieben wird.
Wer schlechte Manieren an den Tag legt, der macht sich unbeliebt bei mir.
Sahne und ein Stück Obstkuchen habe ich gestern verbotenerweise mit Genuss verspeist.
Eigentlich sollte ich mich davor hüten und darf das nicht.
Mein Lieblingskleidungsstück in diesem Sommer ist ein taubenblaues Sommerkleid.
Beim Spazieren in einem heimischen Tierpark gibt es viele unterschiedliche Tierarten zu sehen und zusätzlich kann man gut Leute beobachten.

Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf die Netflixproduktion von * Die Köchin von Castamar* ( die Buchreihe habe ich gelesen) , morgen habe ich nix geplant, und Sonntag möchte ich heute den Tag noch nicht verplanen!

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Kirchenruine Abterode. Ich wünsche Euch ein gutes und erlebnisreiches Wochenende!

*Freitagsfüller*

  1. Das Geräusch von nervtötenden , stundenlang laufenden Gartengeräten macht mich ärgerlich.
  2. Der Geschmack von frischem Obst lässt mir das Wasser im Mund zusammenlaufen.
  3. Der Geruch von Sommerblumen betört Geist und Körper.
  4. Der Anblick von kleinen Tieren und/oder Babys erfüllt mich mit Freude!
  5. Die Lust anderen Menschen Ärgernisse zu bereiten überkommt mich zum Glück selten.
  6. Das Gefühl geliebt zu werden ist unvergleichlich schön.
  7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf die Fussballspiele , morgen habe ich einen Marktbesuch geplant, und Sonntag möchte ich relaxen.

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*Die Töchter des Nordens* von Sarah Hall

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Mein Leseeindruck: Klimaveränderungen, ein wirtschaftlicher Zusammenbruch und unfähige, diktatorische Regierungsmassnahmen machen den Engländern das Leben zur Hölle. Es gibt keine Autos mehr, nur notdürftige Lebensmittellieferungen sowie keine Infrastrukturen, da nur allernötigste Energieressourcen bedient werden können. Ein Kinderwunsch wird nur einigen wenigen Menschen erlaubt. Eine junge Frau, im ganzen Roman durchgängig SCHWESTER genannt, rebelliert gegen dieses unerträgliche Leben, trennt sich von ihrem Ehemann und begibt sich auf eine Flucht in abgelegene Berge. Sie möchte sich einer Community von unabhängigen Frauen anschliessen, von deren Gemeinschaft sie schon ihrer Kindheit gehört hat.

Atemlos und mit beunruhigenden Gedanken, dass auch diese Zusammenbrüche einer Gesellschaft unsere nahe Zukunft sein könnte, bin ich der Autorin in ihrem aufregendem Roman gefolgt. Das Buch liest sich spannend, laufend geschehen unerwartete Dinge und nur die wundervoll poetisch beschriebenen, einsamen Landschaftsbilder gewähren dem Leser etwas Beruhigung und vermitteln herrliche Kopfbilder von Schönheit und Einsamkeit der Natur.

Die romantischen Vorstellungen über die Frauen-Community wurden SCHWESTER schnell genommen. Verzicht auf materielle Annehmlichkeiten, brutale Handlungsweisen innerhalb der Gruppe, sowie Zank und Eifersüchteleien zwischen den Frauen waren die Normalität. Die Schwester gerät unter den Einfluss von Jackie, der dominanten Anführerin der Community und verändert sich körperlich und seelisch. Sie wird eine Kämpferin für die Gerechtigkeit und möchte die ungerechten Regierungsstrukturen beeinflussen und das Los der Bevölkerung verbessern.

Ob dieses den Frauen teilweise gelingt, wird im letzten Drittel des Buches sehr schnell und oberflächlich abgehandelt, hat mich enttäuscht und mir sogar die Spannung genommen, da alle Handlungen sehr vorhersehbar wurden. Zum Glück, denn das Ende dieser Geschichte einer dystopischen Gesellschaft hat mir auch gar nicht gefallen, da es keine annehmbare Lösung zur Behebung von Missständen anbietet.

Meine Bewertung: DREI *** Sterne für dieses gute Buch, welches ein unbefriedigendes und beklemmendes Gefühl beim Leser hinterlässt.

*Der Wildblütengarten*

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DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Aus dem Spanischen von Alexandra Baisch

Originaltitel: El jardin de las mujeres verelli

Originalverlag: Penguin Random House, Barcelona 2019

Hardcover mit Schutzumschlag, 576 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-7645-0742-8

Erschienen am 29. März 2021

Inhalt/Klappentext: Auf den Spuren ihrer Urgroßmutter stößt eine junge Frau auf einen prächtigen Garten in Ligurien und auf ein dramatisches Geheimnis aus der Zeit des Ersten Weltkriegs.

Als die 35-jährige Gianna Verelli vom Tod ihrer geliebten Großmutter Luisa erfährt, ist sie tief erschüttert. Seit dem Tod ihrer Eltern war Luisa wie eine zweite Mutter für sie, und Luisa war es auch, die Giannas Welt mit Geschichten erfüllte. Vor allem über ihre geheimnisumwobene Urgroßmutter Anice, die eines stürmischen Tages im Jahr 1919 in Barcelona gestrandet ist und dort eigenhändig den seither familiengeführten Delikatessenladen eröffnet hat. In den Hinterlassenschaften Luisas stößt Gianna unerwartet auf Anices Tagebuch sowie auf einen alten Schlüssel und beschließt, sich auf die Spuren ihrer mysteriösen Wurzeln zu begeben. Diese führen sie nicht nur zu einem verwunschenen Garten am Rand eines kleinen italienischen Dörfchens, sondern auch zur tragischen Geschichte Anices und der Wahrheit über sich selbst …

Carla Montero (Madrid, 1973) studierte Jura und BWL, doch ihre große Leidenschaft galt schon immer dem Schreiben. Ihr erster Roman Una dama en juego gewann den Preis des Círculo de Lectores, bei dem Leser des spanischen Buchclubs die Jury bilden. Das Mädchen mit den Smaragdaugen wurde in sechs Sprachen übersetzt und war in Spanien einer der bestverkauften Romane des Jahres 2012.

Mein Leseeindruck: Das wunderschön sommerlich und romantisch mit vielen Blumen, einem alten Steinhaus gestaltete Cover, sowie der verwunschen erscheinende Titel haben mich sofort angesprochen und zum Lesen eingeladen. Mein Gefühl hat mich nicht getäuscht. Ein Wohlfühlbuch , aus einer Mischung von Geheimnissen, Liebe und drastischen Ereignissen aus verschiedenen Generationen lag vor mir. Die Geschichte rund um das Leben von Urgrossmuter Anice war zwar etwas vorhersehbar, doch das hat dem Lesevergnügen in keiner Weise geschadet. Bei schönstem Wetter konnte ich dieses Abtauchen in eine vergangen Welt in vollen Zügen geniessen. Die Autorin schreibt gefällig, leicht zu erfassen und mit einer erfrischenden Leichtigkeit in Thematik und Gliederung. Sie erzählt in zwei Zeitebenen , einmal aus der heutigen Sicht und der Suche von Gianna nach ihren Wurzeln in der Familie. Sie entführt den Leser nach Ligurien zu Beginn des 20. Jahrhundert bis hin zu den Ereignissen im 1. Weltkrieg. Mystische Beschreibungen über Pflanzenheilerinnen der damaligen Zeit, ihre Rezepte und Tinkturen würzen die Geschichte. Die wunderbare Landschaft und die italienische Lebens- und Esskultur beleben das Geschehen zusätzlich mit einem ganz besonderen Flair des Landes. Man hat beim Lesen fast den Duft von Rosmarin , Oregano und Basilikum der Mittelmeerländer in der Nase. Gefallen hat mir ausserdem , das die Autorin die Originalausdrücke vieler italienischer und spanischer Rezepte und Redewendungen in ihren Roman eingeschoben hat.

Die Protagonistin Gianna Verelli vertieft sich in das wiedergefundene Tagebuch ihrer Urgroßmutter, macht eine Reise nach Italien um sich über eigene Probleme mit ihrem Freund und verheirateten Liebhaber klar zu werden. Sie trifft auf freundliche Dorfbewohner, insbesondere aufgeschlossene junge Frauen aus dem Dorf ihrer Urgrossmutter Castell’Lupo gewinnen ihre Zuneigung und ihr Vertrauen. Gianna öffnet sich den Menschen, der Region und führt letztendlich ihr eigenes Leben wieder in eine neue Richtung.

Das Leben der Ugrossmutter Anice und ihrer Familie deckt Carla Montero in kleinen Tagebuchauszügen langsam für den Leser auf. Bemerkenswert sind ihre Recherchen und Ausführungen zur italienischen Geschichte der damaligen Zeit.

Leider wurde dieser Roman etwas abrupt und im Schnellverfahren während der letzten dreissig Seiten beendet. Das steht sehr den zuvor so ausführlich behandelten Themen entgegen und hat mich ein wenig enttäuscht .

Meine Bewertung: VIER **** Sterne für dieses angenehme Buch aus dem Genre Wohlfühlbuch/Familien – und Frauenschicksale.

Herzlichen Dank an die Autorin und den Blanvalet Verlag für das wunderbar gestaltete und gebundene Rezensionsexemplar .

*Werbung, unbezahlt*